Unsere Geschichte

1883 bis 1884

Von 1883 bis 1884 wurde auf dem hinteren Teil des Geländes aus dem Nachlass August Friedrich Eisenharts eine Mädchenschule als Freischule errichtet. Bereits im Jahr 1898 wurde eine Genehmigung für einen Neubau auf dem vorderen Teil des Geländes erteilt. Nach einer Bauzeit von nur einem Jahr wurde das vordere Haus eingeweiht. Die Mädchen zogen in den Neubau um. Das hintere Gebäude nutzten die Jungen. Der Schulhof wurde durch einen Zaun geteilt.

1944 bis 1950

Von August 1944 bis Ende November 1950 musste die Mädchenschule umziehen, da die Schule als Infektionskrankenhaus eingerichtet wurde. Im Dezember 1950 zogen zehn Klassen wieder in die damalige Straße der Jugend 51 zurück. Es wurden Essenräume im Keller und eine Aula eingerichtet.

1959 bis 1962

Von 1959 bis 1962 wurden die beiden Schulgebäude Straße der Jugend 50 und 51 (Jungen und Mädchenschule) zu einer Schule als Oberschule 5 zusammengeschlossen.

1962/63

Im Schuljahr 1962/63 erfolgte eine erneute Trennung der Schulen. Das hintere Gebäude wurde Tagesschule. Im vorderen Gebäude blieben die Hauskinder. Beide Schulen erhielten Namen sowjetischer Pädagogen: Die hintere Schule erhielt den Namen „A. S. Makarenko“. Die vordere Schule wurde nach „N. K. Krupskaja“ benannt.

1974

Ab 1974 musste eine Baracke auf dem Gelände des Logenhauses für den Unterricht der Jahrgangsstufen 1 und 2 sowie als Essenraum der Schulen 5 und 24 genutzt werden.

1991 bis 2000

Das hintere Gebäude diente von 1991 bis 1993 als Gesamtschule. Die Schule 24 wurde 1991 Grundschule. Nach den Sommerferien 1992 erfolgte die Nutzung des hinteren Gebäudes als Filiale des Helmholtz-Gymnasiums. 1993 erhielt die Grundschule den Namen „Eisenhart-Schule“. Bereits im September 2000 plante die Stadtverwaltung, die Baracke zu schließen und Teile der Eisenhart-Schule in der Filiale des Helmholtz-Gymnasiums unterzubringen. Dafür sollte das Helmholtz-Gymnasium die Alte Stadtschule als weitere Filiale nutzen. Dies wurde durch starken Protest seitens des Helmholtz-Gymnasiums verhindert.

2005

Im August 2005 war der Umbau des ehemaligen Toilettenhauses auf dem Hof zum neuen Speisesaal für die Eisenhart-Schule und das Helmholtz-Gymnasium fertiggestellt.

2006 bis 2007

Bald war der Platz für eine Grundschule und Hort zu eng, sodass man zur Lösung der Raumprobleme im Oktober 2007 mit den Planungen für den Containerbau begann. Dieser wurde auf dem Hof zwischen der Filiale des Helmholtz-Gymnasiums und der Turnhalle errichtet und im Sommer 2008 durch die Klassen 1 und 2 sowie den Hort bezogen, sodass die Baracke endlich nicht mehr genutzt werden musste. Um das sich wieder verschärfende Raumproblem der Eisenhart-Schule, des Hortes und des Helmholtz-Gymnasiums zu lösen und eine Neustrukturierung des Geländes vorzunehmen wurden ab 2006 verschiedene Varianten diskutiert. Es wurde entschieden, die drei Gebäude auf dem Campus Kurfürstenstraße zu sanieren und für das Helmholtz-Gymnasium um einen Neubau auf dem ehemaligen Gelände der Baracke zu erweitern.

2011 bis 2016

Während der Sanierung waren die Eisenhart-Schule und der Fröbelhort Sonnenschein von Februar 2011 bis zu den Sommerferien 2016 in einem Übergangsobjekt in der Gutenbergstraße 67 untergebracht.

2016

Zum Schuljahr 2016/17 konnten die sanierten Gebäude am Traditionsstandort in der Kurfürstenstraße wieder bezogen werden.

Wer war August Friedrich Eisenhart?

August Friedrich Eisenhart wurde am 29. August 1773 in der Berliner Straße 3 als zweiter Sohn des Kaufmanns Gottfried Eisenhart geboren. Dieser betrieb ein Kolonialwarengeschäft.

Weitere Informationen

Seine Schulbildung erhielt er in der damaligen „Großen Schule“ und wurde aufgrund seiner großen geistigen Begabung für das Studium der Rechtswissenschaften ausgewählt. Der Tod seines Bruders, der das Geschäft des Vaters weiterführen sollte, durchkreuzte diesen Plan. Auf Wunsch seines Vaters übernahm nun August Friedrich die Handlung.

Trotz seines jugendlichen Alters arbeitete er mit sehr großem Eifer. Seine Ordnungsliebe und Pünktlichkeit sowie sein ungewöhnliches kaufmännisches Talent, verbunden mit großer Vorsicht  verhalfen dem bis zu diesem Zeitpunkt eher kleinen Geschäft zu größerer Ausdehnung und mehr finanziellem Erfolg. Das veranlasste den Vater, dem Sohn die Geschäftsleitung im Jahr 1797 selbständig zu überlassen.

Mit 33 Jahren, am 20. Juni 1806, heiratete er seine Cousine Caroline Dorothea Giebelhaus. Beide verbrachten 38 glückliche Ehejahre miteinander. Caroline führte nicht nur den Haushalt, sondern widmete sich in den kurz nach ihrer Vermählung folgenden Kriegsjahren der Pflege der Kranken und Verwundeten und erhielt für ihre Verdienste den Luisen – Orden. Das einzige Töchterchen verstarb bereits an seinem 3. Geburtstag, worüber die Eltern lange Zeit nicht hinwegkamen. Teilweisen Ersatz fanden sie im glücklichen Eheleben naher Verwandter und deren blühender, fröhlicher Kinderschar. Das Geschäft der Eisenharts gelangte zu immer größerer Blüte und einem beträchtlichen Vermögen. Aufgrund der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit zog er allmählich mehr und mehr Kapital aus dem Geschäft heraus und legte es in Staatspapieren an. Dabei bewahrte er aber stets Vorsicht und ließ sich nicht zu Spekulationen verleiten, so dass er großen Gewinn erzielte und ein sehr reicher Mann wurde. Trotzdem blieben die Eisenharts bescheiden und hilfsbereit.

Unter diesen Umständen wurde Eisenhart sehr geachtet und besaß das volle Vertrauen seiner Mitbürger. Nach Einführung der Städte – Ordnung im Jahr 1809 wurde er zum unbesoldeten Stadtrat gewählt. Dass dieses Vertrauen in seine Rechtlichkeit und Umsicht weit über die Mauern seiner Vaterstadt hinaus reichte, bewies seine einstimmige Wahl als Vertreter der Städte Potsdam, Brandenburg, Frankfurt, Prenzlau, Perleberg und Ruppin im General – Comité. Am 16. März 1828 wurde ihm das Prädikat eines Stadt – Ältesten verliehen. Der König ehrte seine Verdienste am 18. Januar 1837 durch die Verleihung des roten Adlerordens vierter Klasse.

Seine weiterhin anspruchslose bürgerliche Lebensweise stand in keinem Verhältnis zu seinem Vermögen. Sie entsprach aber seinen Neigungen und seinem Gesundheitszustand. Vielen Menschen half er; seine angeborene Bescheidenheit gestattete ihm jedoch nicht, Danksagungen entgegenzunehmen.

Eisenhart selbst erklärte seine Einfachheit auf wahrhaft philosophische Weise:

„Beneidet zu werden, ist wenig besser als gehaßt zu sein, ich halte es daher für wohlgethan, wenn selbst der reiche Bürger das Aufsehen vermeidet, welches der größere Aufwand hervor zu rufen pflegt, und lieber durch Bescheidenheit und eine einfache, anspruchslose Lebensweise die Zuneigung und Achtung seiner Mitbürger zu erwerben sucht.“

Bei allem äußeren und inneren Wohlbefinden blieb Eisenhart neuer Schmerz nicht erspart. Nach schmerzhafter Krankheit verstarb am 29. Juli 1844 seine Frau. Dieser Verlust belastete ihn so sehr, dass er trotz seines guten Gesundheitszustandes das innere Gefühl verspürte, dass seine Tage gezählt sind. Deshalb verfasste er am 19. März 1845 sein Testament. Dessen Inkraftttreten ließ leidernicht lange auf sich warten, denn am 11. März 1846 traf ihn ein so heftiger Schlaganfall, dass er am Abend des 13. März 1846 starb.

Die Bestimmungen des von Eisenhart verfassten Testaments ergaben in überraschender Weise, mit welcher Freigebigkeit er seiner Vaterstadt gedacht hatte. Schon beim Verlust der Tochter und in der Gewissheit, keine weiteren Kinder zu haben, fasste er den Entschluss, sein Vermögen teilweise der Stadt zu hinterlassen.

Er vermachte der Stadt:

  1. 10.000 Taler zur Unterstützung armer, unverschuldet verarmter Bürger,
  2. 80.000 Taler zur Stiftung einer
  3. 15.000 Taler zur Stiftung von Freistellen im Gymnasium und der höheren Bürgerschule,
  4. Freischule,
  5. 80.000 Taler zur Gründung einer Heilanstalt
  6. 8.000 Taler zur Erbauung einer Leichenhalle. 

Summa summarum:  193000 Taler

Dem Waisenhaus in Klein- Glienicke schenkte er schon zu Lebzeiten eine namhafte Summe.

In Berücksichtigung der von Eisenhart geleisteten Wohltaten ehrte seine Vaterstadt ihn dadurch, dass sie auf Beschluss des Magistrats und der Stadtverordneten sein Bildnis auf städtische Kosten anfertigen und im Saal der Stadtverordneten neben anderen verdienten Persönlichkeiten aufhängen ließ. Auf Antrag der städtischen Behörden genehmigte der König, dass die bisherige, an die von Eisenhart gegründete Heilanstalt grenzende Kirchhofstraße, künftig den Namen Eisenhartstraße führen soll.

Als ein Muster von Arbeitsamkeit, Mäßigkeit und Anspruchslosigkeit war und ist er ein echtes Vorbild – als Geschäftsmann, Ehemann und Bürger.